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Hier finden Sie Kurzzusammenfassungen einer branchenspezifischen Auswahl an Fällen von extremer Arbeitsausbeutung und Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung 



Raum Berlin-Brandenburg:


Bereich Gaststättengewerbe

Gastwirt wegen Ausbeutung einer äthiopischen Spezialitätenköchin verurteilt

(BBGM-Studie, S. 62)

Die 2004 legal nach Berlin eingereiste äthiopische Spezialitätenköchin hat in den anderthalb Jahren, in denen sie in einem Restaurant bis zu 19 Stunden am Tag sieben Tage die Woche tätig war, insgesamt 500 Euro Lohn bekommen.  Der Betroffenen wurde gerichtlich eine höhere Summe Geld zugesprochen. Ihr Arbeitgeber  wurde wegen Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung zu einer Bewährungsstrafe von drei Jahren verurteilt.

http://www.gegen-menschenhandel.de/Downloads/BBGM%20Studie.pdf

 

Ausbeutung in einem griechischen Lokal in Brandenburg
(BBGM-Studie, S. 64)

Ein griechisches Ehepaar , das nach Deutschland kam, um in einer Gaststätte im Raum Brandenburg als Küchen- und Putzhilfe zu arbeiten, stellte erst nach fünf Monaten fast täglicher Arbeit von rund 16 Stunden am Tag fest, dass es bei den eigentlichen Lohnauszahlungen um die Hälfte des vertraglichen Lohns von 7,50 Euro ging. Der Arbeitgeber wurde von dem Arbeitsgericht zur Zahlung der ausstehenden Differenzbeträge verurteilt.

http://www.gegen-menschenhandel.de/Downloads/BBGM%20Studie.pdf





Bereich Bauwesen

Griechische Bauarbeiter in Berlin um ihren Lohn betrogen

(BBGM-Studie, S. 65)

Acht junge Männer aus Griechenland arbeiteten ohne Vertrag auf einer Baustelle in Berlin.  Als sie nach 20 Tagen zehnstündiger Arbeit am Tag, wofür sie jeweils 300 Euro erhielten, wieder zu der Baustelle kamen,  war keiner da. Mangels Wissens über den genauen Ort der Baustelle oder den Namen des Arbeitgebers war es den Betroffenen nicht möglich, Ansprüche beim Jobcenter durchsetzen.

Zur Fallbeschreibung



Bereich haushaltsnahe Dienstleistungen

Haushaltsangestellte in einem Diplomatenhaushalt ausgebeutet

(BBGM-Studie, S. 68-69)

Eine Indonesierin wurde über eine Agentur für die Arbeit in einem Diplomatenhaushalt angeworben. Als sie nach zweieinhalb Jahren unentgeltlicher Arbeit in Berlin, wo sie die ganze Zeit in der Wohnung eingesperrt war, an Tuberkulose erkrankte, weigerte sich ihr Arbeitgeber mehrere Monate, sie ins Krankenhaus zu bringen.  Über die indonesische Botschaft bekam die Betroffene den Lohn rückwirkend ausgezahlt. Der Arbeitgeber ging „komplett straffrei“ aus.

Zur Fallbeschreibung





Bereich Dienstleistungsgewerbe

Lohnbetrug bei der Speed Clean GmbH
(rbb-online, 25.05.2011)

Mitte Mai 2011 kamen drei rumänische Frauen, über eine rumänische Agentur vermittelt, nach Berlin als Reinigungskräfte arbeiten.  Laut Vertrag mit der deutschen Firma Speed Clean GmbH sollten sie 800 Euro Monatslohn bekommen, doch der Arbeitgeber zahlte so gut wie nichts. Die Arbeiterinnen hatten weder Geld für Essen noch für eine Rückkehr in ihr Heimatland. Die Vermittlung durch die DGB Beratungsstelle für entsandte Beschäftigte zeigte Wirkung.

http://www.rbb-online.de/klartext/archiv/klartext_vom_25_05/ausgebeutete_rumaenische.html

 

Serbische Reinigungskraft in einem Berliner Hotel ausgebeutet
(BBGM-Studie, S. 67)

Die 20-jährige Roma aus Serbien, die als Kind mit ihrer Familie nach Deutschland kam und mittlerweile mit einer Aufenthaltsgenehmigung in Berlin wohnhaft ist, fand eine Beschäftigung als Reinigungskraft in einem Berliner Hotel. Laut Vertrag mit der Vermittlerfirma betrug ihr Lohn 2,25 Euro brutto pro gereinigtes Zimmer. Um ihren Lebensunterhalt verdienen zu können und somit die Voraussetzungen für einen Aufenthaltstitel zu erfüllen, musste die Analphabetin 60 Stunden pro Woche arbeiten.

http://www.gegen-menschenhandel.de/Downloads/BBGM%20Studie.pdf

 



Bereich Handel*

Schmuckhändlerin klagt den ausstehenden Lohn ein
(BBGM-Studie, S. 66)

Eine in Berlin legal wohnhafte alleinerziehende Mutter von zwei Kindern nahm 2009 das Arbeitsangebot an, in Berlin Schmuck zu verkaufen. Die Arbeit, mit einem voraussichtlichen Stundenlohn von 6 Euro, wurde von einem Mann aus ihrer ethnischen Community vermittelt. Nach acht Wochen, in denen ihr kein Geld ausgezahlt wurde, kündigte die Betroffene und klagte den ausstehenden Lohn ein.

http://www.gegen-menschenhandel.de/Downloads/BBGM%20Studie.pdf

 

Lohnbetrug beim Zigarettenhandel

(BBGM-Studie, S. 71)

Eine vietnamesische Witwe kam illegal nach Berlin um den Lebensunterhalt ihrer Familie in der Heimat durch Verkauf von Zigaretten zu sichern. Versprochen wurde ihr ein Monatsverdienst von ca. 500 Euro, doch abzüglich Kosten für den Verkaufsplatz und die Miete (die kleine Wohnung teilte sie mit etwa neun Personen)  blieben ihr monatlich nur 200-300 Euro. Nach der Verhaftung durch die Polizei für illegalen Zigarettenverkauf fand die Betroffene in der Abschiebehaft Unterstützung seitens SeelsorgerInnen.

http://www.gegen-menschenhandel.de/Downloads/BBGM%20Studie.pdf

 





Bundesweit:


Bereich Gaststättengewerbe

Razzien gegen chinesische Menschenhändler

(spiegel.de, 17.08.2009)

Im August 2009 fand bundesweit eine Reihe von Razzien gegen chinesische Schleuserbanden statt. Diese sollen Spezialitätenköche aus China nach Deutschland angeworben haben, welche daraufhin gezwungen wurden, zu Hungerlöhnen in chinesischen Restaurants zu arbeiten. Mehr als tausend chinesische Arbeitskräfte seien in den zehn Jahren der Tätigkeit von den Menschenhändlern, gegen die die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelte, ausgebeutet und nahezu wie Sklaven gehalten worden. Das Verfahren wurde auf Grund des vorzeitigen Ruhestands einer Richterin im August ausgesetzt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,643274,00.htmlhttp://www.sueddeutsche.de/panorama/verfahren-gegen-menschenhandel-die-einen-setzen-sich-ab-andere-setzen-sich-zur-ruhe-1.988067

 

Restaurantchef in Günzburg zu hoher Geldstrafe verurteilt
(augsburger-allgemeine.de, 05.03.2011)

Das Amtsgericht Günzburg verurteilte einen Restaurantbesitzer, der einen Koch aus China illegal nach Deutschland eingeschleust hatte, zu einer Geldstrafe in Höhe von 6.000 Euro. Ob der Koch von dem Restaurantchef ausgebeutet worden war, konnte im Prozess nicht eindeutig geklärt werden. Es stand jedoch fest, dass der Betroffene mit einem Scheinvertrag nach Deutschland angeworben worden war und in der Tat lediglich ein Drittel des vereinbarten Lohns für seine Arbeit erhalten hatte.

http://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Restaurantbesitzer-schleuste-Auslaender-nach-Deutschland-id14115226.html



Verurteilung wegen schwerer Ausbeutung in Neuburg

(augsburger-allgemeine.de, 17.01.2011)

Das Betreiberpaar eines Neuburger Restaurants wurde vom Amtsgericht Augsburg wegen Nötigung und Menschenhandels zum Zweck der Arbeitsausbeutung von mindestens 15 Angestellten zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Die Angeklagten, eine Rumänin und ein Grieche, gaben zu, die in Gasthäusern in Neuburg und Nördlingen beschäftigten Arbeitskräfte rund um die Uhr zur Arbeit gezwungen und darüber hinaus deren Sozialversicherungsbeiträge unterschlagen zu haben.

http://www.augsburger-allgemeine.de/neuburg/Restaurant-Besitzer-beutet-Mitarbeiter-systematisch-aus-id9367631.html

 

Chinesischer Spezialitätenkoch reicht Anklage wegen Lohnbetrug ein
(BBGM-Studie, S. 63)

Der Spezialitätenkoch aus China, der Anfang 2007 ein legales Arbeitsverhältnis in einem Restaurant in Deutschland aufnahm, bekam lediglich für die ersten drei Monate seiner Beschäftigung den im Vertrag festgelegten Lohn. Als er in Folge der menschenunwürdigen Arbeitsverhältnisse gesundheitlich nicht mehr im Stande war zu arbeiten, wurde ihm fristlos gekündigt. Mit Hilfe zweier Anwälte konnte der Betroffene eine Kündigungsschutzklage einreichen und später den gesamten ausstehenden Lohn einklagen.

Zur Fallbeschreibung 

 


Bereich Landwirtschaft, Garten und Landschaftsbau

Fünfzig Erdbeerpflücker aus Rumänien ausgebeutet

(sueddeutsche.de, 18.02.2008)

Im Februar 2008 wurde vom Landgericht Augsburg ein Polizist und Erdbeerplantagenbesitzer wegen Menschenhandels zum Zweck der Arbeitsausbeutung und illegaler Beschäftigung von 50 Erntepflückern aus Rumänien zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Ein Mitangeklagter erhielt eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren wegen Beihilfe.

http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Aermste-der-Armen-betrogen-Polizist-muss-ins-Gefaengnis-id3441461.html

 

Organisierte Schwarzarbeit in Schlachthöfen
(Spiegel online, 09.12.2010)

Im Dezember 2010 wurde ein Unternehmer, der über ein Netzwerk von Firmen rund tausend Leiharbeiter in deutschen Schlachthöfen schwarzarbeiten ließ, von dem Düsseldorfer Landgericht zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt.  Drei Mitangeklagte mussten ebenfalls ins Gefängnis, vier weitere Angeklagte kamen mit Bewährungsstrafen davon.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,733853,00.html

 

Arbeitsausbeutung von Erntehelferinnen in Saarbrücken

(Saarbrücker Zeitung, 06.08.2010)

Schwere Vorwürfe wegen Schwarzarbeit, Menschenhandel und Ausbeutung der Arbeitskraft wurden im Sommer 2010 von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit gegen Landwirte aus Landau erhoben.  Sieben osteuropäische Erntehelferinnen sollen in dem landwirtschaftlichen Betrieb illegal beschäftigt und durch einen niedrigen Lohn in ein Abhängigkeitsverhältnis zum Arbeitgeber gebracht worden sein.

http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/saarland/Bauer-soll-Erntehelferinnen-ausgebeutet-haben;art2814,3379258






Bereich haushaltsnahe Dienstleistungen

Verurteilung wegen Ausbeutung in Seniorenhaushalten
(e110 – das Sicherheitsportal, 10.11.2010)

Das Amtsgericht Coburg verurteilte ein Ehepaar, das Haushaltshilfen aus Osteuropa illegal nach Deutschland vermittelt hatte, zu jeweils zwei Jahren und drei Monaten Haft. Die Täter sollen über  einen Zeitraum von zwei Jahren osteuropäische Frauen aus ärmeren Gebieten für die Arbeit in Seniorenhaushalten angeworben haben. Es kam dabei zu massiver Ausbeutung der Arbeiterinnen.

http://www3.e110.de/index.cfm?event=page.detail&cid=2&fkcid=1&id=52075
 


Au-pair Mädchen aus Rumänien wie Sklavin gehalten
(augsburger-allgemeine.de, 04.12.2009)

Das Augsburger Amtsgericht ermittelte im Spätherbst 2009 im Fall eines Au-pair-Mädchens aus Rumänien, das von einer Deutschen rumänischer Herkunft anscheinend wie eine Sklavin im Haushalt ausgebeutet worden war. Mangels Beweise wurde die ursprünglich wegen Menschenhandels angeklagte Deutsche schließlich wegen Lohnwucher zu einer Geldstrafe in Höhe von 3600 Euro verurteilt. Sie habe das Au-pair-Mädchen nämlich gezwungen, ein Bankkonto zu eröffnen und ihr dafür eine Vollmacht zu geben.

http://www.augsburger-allgemeine.de/schwabmuenchen/Au-pair-Maedchen-wie-Sklavin-gehalten-id6965916.html

 




Bereich Dienstleistungsgewerbe

Verurteilung wegen Ausbeutung von Regalauffüllern
(augsburger-allgemeine.de, 29.07.2010)

Das Augsburger Landgericht verurteilte den früheren Geschäftsführer einer Stuttgarter Firma wegen Ausbeutung der Arbeitskräfte zu sechs Jahren Haft. Auch weitere Familienangehörige, die sich als Mittäter erwiesen, wurden bestraft. Das Familienunternehmen soll über einen Zeitraum von sechs Jahren ein Netz aus etwa zwei Dutzend Subunternehmen unterhalten haben, die Arbeitskräfte aus Portugal und Bulgarien zu Hungerlöhnen angestellt haben, um diese an deutsche Supermärkte als Regalauffüller zu vermitteln.

http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Prozess-Die-Ausbeutung-der-Regalauffueller-id8235256.html

 

Ausbeutung in einer Wäscherei
(BBGM-Studie, S. 68)

Wegen ihres Duldungsstatus in Deutschland stand Frau O. unter großem Druck, eine Beschäftigung zu finden. 2008 nahm sie ein legales Arbeitsverhältnis in einer deutschen Wäscherei auf, wo sie 50-60 Wochenstunden im Einsatz war und schlicht ausgebeutet wurde.  Nach einem Arbeitsunfall wurde sie von dem Arbeitgeber sofort entlassen.

http://www.gegen-menschenhandel.de/Downloads/BBGM%20Studie.pdf

 


Packerinnen in Stade ausgenutzt
(Hamburger Abendblatt, 19.11.2008)

Die Staatsanwaltschaft Stade, Niedersachsen, ermittelte 2008 gegen den Deutschen, der bis zu 25 Frauen aus Nordosteuropa als Verpackerinnen angeworben und als billige Arbeitskräfte ausgenutzt habe.  Die Arbeitnehmerinnen verdienten anscheinend weniger als 1,50 Euro pro Stunde, es wurden keine Sozialabgaben gezahlt. Insgesamt waren mehr als hundert Osteuropäerinnen betroffen.

http://www.abendblatt.de/region/stade/article577660/Ausbeutung-von-Frauen-Zoll-stuermt-Gewerbehalle.html

 
 

Massive Ausbeutung seitens Toilettenbetreiber
(wirtschaft.t-online.de, 30.06.2009)

Im Juni 2009 hat die Polizei in einer bundesweiten Razzia hunderte sanitäre Einrichtungen von Autobahnraststätten durchsucht, wo Arbeitskräfte vorwiegend bulgarischer Herkunft scheinbar jahrelang ausgebeutet wurden. Ermittelt wurde gegen sechs Personen, welche bei Mainz ein Geflecht von Hygiene-Service-Firmen aufgebaut hatten, die ihre Beschäftigte nicht bei der Sozialversicherung anmeldeten und ihnen Teile des Lohns einschließlich Trinkgelder vorenthielten.

http://wirtschaft.t-online.de/grossrazzia-gegen-toiletten-betreiber/id_19223978/index

 




Bereich Zirkus

Verdacht auf Menschenhandel bei Zirkus Barelli

(sueddeutsche.de, 27.05.2011)

Seit Mai 2011 ermittelt die Ansbacher Staatsanwaltschaft gegen den Zirkus Barelli, der unter Verdacht des Sozialbetrugs und des Menschenhandels steht. Etwa 45 Zirkusangestellte, darunter viele aus der Tschechischen Republik und Rumänien, seien unter falschen Voraussetzungen nach Deutschland angeworben worden und befänden sich in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen.

http://www.sueddeutsche.de/75C38Y/4111710/Ermittler-werfen-Zirkus-Menschenhandel-vor.html

 




Bereich Zwangsbetteln*

Taubstumme Polen zum Betteln gezwungen
(rp-online.de/düsseldorf, 10.02.2010)

In Düsseldorf lief im Winter 2010 ein Gerichtsverfahren gegen ein polnisches Ehepaar , das zwischen 2005 und 2007 mindestens vier taubstumme Menschen gezielt aus Polen nach Düsseldorf gelockt und unter Schlägen und Drohungen zum Betteln gezwungen haben soll. Die Betroffenen seien unter Druck gesetzt worden, auf Straßen und in Lokalen Plüschtiere als Schlüsselanhänger für wenige Euro verkaufen zu müssen und das verdiente Geld an das Ehepaar bis auf wenige Cent zu geben.

http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/duesseldorf/nachrichten/taubstumme-zum-betteln-gezwungen-1.1140764

 

Rumänen in München zum Betteln gezwungen
(sueddeutsche.de, 21.12.2010)

Im Dezember 2010 fand in München ein Prozess wegen Menschenhandels und räuberischer Erpressung gegen drei Rumänen statt. Sie sollen im Juni desselben Jahres sieben Landsleute unter falschen Versprechungen nach München gebracht und mit Gewalt und Todesdrohungen zum Betteln auf den Straßen gezwungen haben. Die Köpfe der Bettlerbande kamen trotz massiver Vorwürfe mit zwei Jahren auf Bewährung davon.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/landgericht-muenchen-i-zum-betteln-gezwungen-1.1038617

 

*Illegaler Handel und Zwangsbetteln fallen formal zwar nicht unter die Definition von Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung. Auf Grund der schwerwiegenden Konsequenzen, die für die Betroffenen eintreten, wollten wir diese zwei Beispiele bei der Katalogisierung der Vielfalt an Fällen der Arbeitsausbeutung dennoch berücksichtigen.

 





International
:

Hunderte Vertragsarbeiter im Fall von SerbAz betroffen
(berlin-brandenburg.dgb.de, 12.04.2010)

Ein massiver Fall von Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung wurde im Spätherbst 2009 bei der Tätigkeit der Firma SerbAz aufgedeckt.  Das Unternehmen hatte rund 700 Arbeitskräfte aus Bosnien und Herzegowina, Serbien und Mazedonien nach Aserbaidschan angeworben und sie systematisch ausgebeutet. Den Arbeitern wurden Pässe weggenommen und nur geringer Lohn ausgezahlt, ehe ihnen auch dieser vorenthalten wurde. Wegen schlechter Lebensverhältnisse und mangelnder medizinischer Versorgung kam es zu zwei Todesfällen.

http://www.berlin-brandenburg.dgb.de/article/articleview/7217/1/494/

 

Drei Rumänen wegen Menschenhandel von Landsleuten verurteilt
(The Irish Times, 03.12.2009)

Drei rumänische Männer, die 28 Landsleute, darunter ein Kind, nach Irland gebracht hatten und sie mit Gewalt und Drohungen zur Arbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen gezwungen hatten, wurden von einem rumänischen Gericht zu fünf bzw. sieben Jahren Haft verurteilt.  Die Täter konnten dank der engen Zusammenarbeit der rumänischen und irischen Ermittlungsbehörden gefasst werden.

http://www.irishtimes.com/newspaper/ireland/2009/1203/1224259991063.html



Proteste von chinesischen Beerenpflückern in Schweden
(news.orf.at, 07.08.2010)

Im nordschwedischen Lappland kam es im August 2010 zu Protesten von etwa 200 chinesischen Beerenpflückern gegen Dumpinglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen. Die Protestierenden sollen über eine chinesische Leiharbeitsfirma unter falschen Versprechungen nach Schweden gelockt worden sein, wo sie später zu einem sehr niedrigen Lohn arbeiten mussten. Die Saisonarbeiter verfügten nicht einmal über ausreichende Mittel, um ihre Heimreisekosten zu decken.

http://news.orf.at/stories/2007682/2007680/

 

Menschenhandel bei Waldarbeiten in Tschechien
(wienerzeitung.at, 28.04.2011)

Der Prager Anwalt Jira stellte im Namen von Arbeitern, die bei Aufforstungsarbeiten in Tschechiens Wäldern ausgebeutet wurden, Strafanzeige wegen Menschenhandels und Betrugs. Diese haben die Subunternehmen zu verantworten, die unter Vorspiegelung falscher Lohnversprechen hunderte von Arbeitern aus Vietnam und Rumänien in die Tschechische Republik angeworben und ihnen später jeglichen Lohn vorenthalten haben sollen.

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/europa/23289_Auslaender-im-Wald-allein-gelassen.html

 

Haushaltsangestellte in Irland ausgebeutet

(irishtimes.com, 28.04.2010)

Eine Haushaltsarbeiterin aus Malawi erhielt für ihre Arbeit in einem Diplomatenhaushalt an sieben Tagen der Woche einen Monatslohn von 400 Euro. Der Arbeitgeber nahm ihr den Pass weg und forderte, sie solle bei ihm fünf Jahre arbeiten. Die Betroffene musste beim Kochen, Putzen und Kinderbetreuen etwa 15 Stunden pro Tag im Einsatz sein.

http://www.irishtimes.com/newspaper/features/2010/0428/1224269211872.html?via=mr

 

Rumänische Kinder zur Feldarbeit in Großbritannien gezwungen
(The Independent, 24.10.2010)

In Kempsey bei Worcester, Großbritannien, wurden von der Gangmaster’s Licensing Authority sieben rumänische Kinder entdeckt, die mit 50 weiteren Landsleuten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gezwungen wurden, bei der Ernte von Frühlingszwiebeln zu arbeiten. Die Betroffenen erhielten keine Verpflegung für den langen Arbeitstag und hatten keine für die Feldarbeit geeignete Kleidung.

http://www.independent.co.uk/news/uk/home-news/the-new-slaves-children-forced-to-work-as-farm-labourers-2115115.html

 

Organisierte Ausbeutung von Tagelöhnern in Süditalien 

(taz.de, 27.04.2010)

Im Rahmen der Operation „Migrantes“ wurden im süditalienischen Rosarno 31 Personen verhaftet, die unter Verdacht standen, hunderte afrikanische Tagelöhner extrem ausgebeutet zu haben. Darüber hinaus wurden in der Gegend  um die kalabrische Kleinstadt 20 Landwirtschaftsbetriebe und 200 Grundstücke im Wert von 10 Mio. Euro beschlagnahmt. Rosarno war einige Monate zuvor durch heftige Proteste der afrikanischen Einwanderer gegen unmenschliche Lebens- und Arbeitsbedingungen bekannt geworden.

http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=au&dig=2010%2F04%2F27%2Fa0117&cHash=9ea718e587

 

107 Menschen in Mexiko-Stadt aus Arbeitssklaverei befreit
(Spiegel Online, 04.12.2009)

Der mexikanischen Polizei gelang es, aus einem Haus, das offiziell als Heim für Alkohol- und Drogensüchtige galt, 107 Personen zu befreien, die dort in sklavenähnlichen Verhältnissen festgehalten worden waren. Die Betroffenen waren von der Straße entführt und gezwungen worden, in der Produktion von unterschiedlichen Artikeln für Unternehmen, darunter Einkaufstaschen und Kleiderschnallen, zu arbeiten.


http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,665116,00.html

 
Arbeitsausbeutung bei Agrarunternehmen in Argentinien
(amerika21.de, 03.02.2011)

Ein schwerer Fall der Ausbeutung wurde von der argentinischen Steuerbehörde (AFIP) bei einem Tochterunternehmen des multinationalen Agrarkonzerns DuPont aufgedeckt. Hundert Erntearbeiter waren unter unhygienischen Verhältnissen ohne Toiletten und Strom in fünf Lagern untergebracht und wurden zur Feldarbeit unter sklavenähnlichen Bedingungen gezwungen. Die AFIP entzog DuPont daraufhin mit sofortiger Wirkung Zoll- und Steuererleichterungen.


http://amerika21.de/nachrichten/2011/02/22561/argentinien-sklaven-dupont