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Herzstück der Kampagne ist ein Filmclip, der auf die fehlende Sichtbarkeit von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung hinweist: Die Hausangestellte, der Koch in der Restaurantküche, der Bauarbeiter – fast schienen sie unsichtbar, beinahe hätten wir sie nicht gesehen. „Ob als Haushaltshilfe, in der Gastronomie oder auf dem Bau: Auch in Deutschland gibt es Menschen, deren Arbeitskraft ausgebeutet, deren Zwangslagen und Hilflosigkeit ausgenutzt werden und die falschen Versprechungen zum Opfer fallen. "Und was weißt Du über Menschenhandel und Arbeitsausbeutung?“ heißt es am Ende des Clips, der in Berlin auch in den Kinos der Yorck-Gruppe und im „Berliner Fenster“ der U-Bahn gezeigt wird. Und in den Berliner Straßen greifen Plakate das gleiche Thema auf.
Die DGB-Beratungsstelle für entsandte Beschäftigte stellte einige Beispielfälle vor: So wurde zwölf Bulgaren Arbeit auf dem Bau in Berlin für einen Stundenlohn von zehn Euro versprochen. Sie zahlten 200 Euro für ihre Papiere. Nach acht Wochen hatten sie keinen Lohn erhalten, sie wurden aus ihrem Hostel geworfen, und der Mittelsmann war verschwunden. Eine polnische Pflegekraft wiederum bekam nach drei Monaten Arbeit von 16 bis 17 Stunden pro Tag nur 350 Euro ausgezahlt. Da sie einen Vertrag als Haushaltshilfe erhielt, konnte sie nicht einmal den Mindestlohn für die Pflegebranche geltend machen. Den Gewerkschaften sind in solchen Fällen meist die Hände gebunden, da es sich um formal selbständige Personen handelt, keine schriftlichen Arbeitsanweisungen vorliegen und auch niemand mehr greifbar ist, gegen den sich eine Klage richten könnte. Umso wichtiger ist daher, die potenziell Betroffenen schon zu erreichen, bevor sie in solche Extremsituationen kommen. Die Zusammenarbeit mit MigrantInnen und eine erleichterte Mitgliedschaft in der Gewerkschaft erwiesen sich dabei als nützlich. Ebenso wichtig wären jedoch ein branchenübergreifender Mindestlohn und eine Abschaffung der zwingenden Meldung an Ausländerbehörden, damit Betroffene unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus klagen können.
Die Veranstaltung bildete den Start der aktuellen BBGM Öffentlichkeitskampagne gegen Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung, die bei dieser Gelegenheit präsentiert wurde.
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