BBGM Newsletter 3-2011


NEUES VOM BBGM
 


BBGM-Kampagne über Menschenhandel und Arbeitsausbeutung in Deutschland

Am 7. Oktober, dem Welttag für menschenwürdige Arbeit, startete das BBGM seine Kampagne unter dem Motto „Was weißt Du über Menschenhandel und Arbeitsausbeutung in Deutschland?“. In Berliner Kinos und in der U-Bahn gezeigte Filmclips und Plakate stellten die fehlende Sichtbarkeit von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung heraus und wiesen auf die Informationsangebote auf der BBGM-Website hin, darunter Informationsflyer, eine Übersicht über Anlaufs- und Beratungsstellen, branchenspezifische Indikatorenlisten und konkrete Fallbeschreibungen. (mehr...)*

BBGM-Veranstaltung über Ausbeutung von WanderarbeiterInnen
Ebenfalls am 7. Oktober fand im Haus des DGB-Bundesvorstands eine Auftaktveranstaltung für die BBGM-Kampagne zum Thema „Extreme Arbeitsausbeutung von WanderarbeitnehmerInnen“ statt. Auf der Veranstaltung berichteten Beraterinnen und GewerkschafterInnen über die Probleme von WanderarbeiterInnen auf dem Berliner Arbeitsmarkt. Außerdem wurde der deutsche Gesetzentwurf zur Ratifizierung des Europaratsübereinkommens gegen Menschenhandel vorgestellt. (zu Einladung und Programm)

BBGM-Infoflyer jetzt auch auf Russisch
Der vom BBGM entwickelte Infoflyer über die Rechte von ArbeitnehmerInnen unabhängig vom Arbeitsverhältnis und Aufenthaltsstatus liegt nunmehr auch auf Russisch vor.  Die bisher schon auf 14 Sprachen – darunter z.B. Bulgarisch, Vietnamesisch und Türkisch – vorliegenden Flyer bieten unter dem Motto „Für Gute Arbeit – gegen Arbeitsausbeutung – gegen Lohn- und Sozialdumping“ Informationen über Beratungsstellen, gesetzliche Mindeststandards und Mindestlöhne in Deutschland. (zu den Flyern)

Folgeschulung für Beratungsstellen
Am 28. November führte das BBGM eine Folgeschulung zum Thema „Handlungsoptionen bei Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung“ durch. Die Schuldung richtete sich an MitarbeiterInnen gewerkschaftlicher und nicht-gewerkschaftlicher Beratungsstellen. Während der Fokus der ersten Schulung vor einem Jahr auf der interkulturellen Kompetenz hinsichtlich der Identifizierung von Betroffenen von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung lag, zielte die zweite Schulung darauf ab, den BeraterInnen konkrete Unterstützungsoptionen bei der Durchsetzung der Rechte von (Wander-)ArbeitnehmerInnen zu vermitteln. (mehr...)

 


NEUES VON DEN BBGM-PARTNERN


DGB startet Projekt „Faire Mobilität“

Arbeitnehmerfreizügigkeit und die Dienstleistungsfreiheit gelten seit dem 1. Mai 2011 für fast alle mittel- und osteuropäischen EU-Staaten. Das DGB-Projekt „Faire Mobilität – Arbeitnehmerfreizügigkeit sozial, gerecht und aktiv“ will einen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen leisten und richtet jetzt Beratungsbüros für ArbeitnehmerInnen aus diesen Ländern ein. Dort hingehen, wo mobile Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leben und arbeiten! Unter diesem Motto werden Beratungsangebote in verschiedenen Ballungsräumen aufgebaut. (zu den Adressen)

Gewerkschaftliche Beratungsstelle setzt Lohnzahlung für bulgarische Bauarbeiter durch
Die Beratungsstelle "Migration und Arbeit" (MigrAr), die ver.di in Hamburg als erste gewerkschaftliche Anlaufstelle für undokumentierte MigrantInnen 2008 gegründet hatte, forderte für drei bulgarische Bauarbeiter erfolgreich 21.500 Euro für den zurückgehaltenen Lohn eines Subunternehmers ein. Die drei Männer, die als EU-Bürger legal nach Hamburg gekommen waren, arbeiteten als Subunternehmer mehrere Monate für die Firma Bauwerk GmbH (BWB), die ihrerseits als Subunternehmer für die große Hamburger Abrissfirma Wilko Wagner tätig war. Obwohl den Männern laut Gesetz ein Mindestlohn von 10,90 Euro zustehen würde, mussten sie für zugesagte sieben Euro als Subunternehmer arbeiten, um den Job zu bekommen. Letztendlich bekamen sie aber nicht einmal dieses Geld. (mehr...)

Trilateraler Workshop über gute Arbeit und Mobilität von ArbeitnehmerInnen
Sowohl in Deutschland als auch in Polen und Tschechien sind Formen prekärer Beschäftigung wie Leiharbeit, Teilzeitarbeit oder Werkverträge  auf dem Vormarsch. Die Interregionalen Gewerkschaftsräte Elbe-Neiße und Viadrina veranstalteten deshalb einen deutsch-polnisch-tschechischen Workshop „Gute Arbeit und Faire Mobilität von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern“ am 9. November in Beeskow, um Informationen über die Entwicklung der Arbeitsmärkte und der prekären Beschäftigung in den drei Ländern auszutauschen und konkrete arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Probleme der grenzüberschreitenden Arbeitnehmerentsendung zu analysieren. (zum Programm)

Juristischer Kommentar zur EU-Richtlinie gegen Menschenhandel
Die ILO Brüssel hat gemeinsam mit mehreren anderen UN-Organisationen einen juristischen Kommentar mit dem Titel „Prevent Combat Protect - Human Trafficking“ zur EU-Richtlinie gegen Menschenhandel erstellt. Der Kommentar soll den Gesetzgebern in den EU-Mitgliedsstaaten Hilfe bei der Umsetzung der im März 2011 erlassenen Richtlinie 2011/36/EU zur Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels und zum Schutz seiner Opfer in nationales Recht geben. (zur Broschüre)

ILO-Fotoreportage über Befreiung von Zwangsarbeitern in Brasilien
Zwischen 1995 und 2010 befreite die Spezialgruppe zu mobilen Kontrolle (GEFM) in Brasilien mehr als 39.000 Sklavenarbeiter in der Landwirtschaft. Die GEFM, die aus Arbeitsinspektoren, Staatsanwälten und Bundespolizisten zusammengesetzt ist, ist ein zentraler Bestandteil der Strategie der brasilianischen Regierung gegen Sklavenarbeit. Der Leiter der Arbeitsinspektionsabteilung für die Überwindung der Sklaverei hat für die ILO die Arbeit der GEFM in einer Fotoreportage festgehalten, die im ILO World of Work Magazine erschienen ist. Die Arbeit der GEFM wird in einer neuen ILO-Studie „The good practices of labour inspection in Brazil: the eradication of labour analogous to slavery” ausführlich dargestellt. (zur Studie)


Vortrag anlässlich des EU-Tags gegen Menschenhandel

Anlässlich des EU-Tags zur Bekämpfung des Menschenhandels veranstaltete die IOM Deutschland gemeinsam mit dem UNHCR am 19. Oktober einen Vortrag zum Thema Menschenhandel. Darin ging es unter anderem um ein gemeinsam von IOM, UNHCR und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge getragenes Projekt zum Thema Menschenhandel, dessen Ziel es ist, AsylentscheiderInnen für das Thema Menschenhandel im Asylverfahren zu sensibilisieren. Die Europäische Kommission hatte vor vier Jahren den 18. Oktober zum EU-Tag zur Bekämpfung des Menschenhandels erklärt. Die EU-Mitgliedsstaaten sind dazu aufgerufen, im Oktober Veranstaltungen zur Sensibilisierung einer breiteren Öffentlichkeit für das Thema durchzuführen. (mehr...)


IOM-Filmfestival lenkt Blick auf das Schicksal von Menschenhandelsbetroffenen aus Nigeria

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) veranstaltete Anfang Dezember gemeinsam mit dem UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) und der Nichtregierungsorganisation EXIT das „Na Wa“ Filmfestival in Wien, um für die Situation von nigerianischen Betroffenen von Menschenhandel in Europa zu sensibilisieren. Vorgestellt wurden Spiel- und Dokumentarfilme, aber auch Literatur, die das Schicksal von NigerianerInnen darstellen, die zum Zweck der sexuellen Ausbeutung oder Arbeitsausbeutung nach Europa gebracht wurden. (mehr...)

 


NEUES AUS LAND UND BUND 


BKA veröffentlicht Bundeslagebild Menschenhandel 2010

Das Bundeskriminalamt veröffentlichte Ende September die neusten Zahlen über Menschenhandel in Deutschland. Demnach wurden 2010 in Deutschland 470 Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung abgeschlossen, zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. Hingegen wurden im Bereich Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft 24 Ermittlungsverfahren abgeschlossen. Dies entspricht einer Steigerung von 140 Prozent gegenüber 2009. 37 Tatverdächtige - und damit knapp 16 Prozent mehr als im Vorjahr – wurden registriert, fast die Hälfte davon deutsche Staatsbürger. (mehr...)

Bundestag debattiert Gesetzentwurf über Menschenhandel
Auf der Plenarsitzung im Deutschen Bundestag am 20. Oktober wurde unter anderem über den aktuellen Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Ratifizierung des Übereinkommens des Europarats zur Bekämpfung des Menschenhandels debattiert. Die SPD-Abgeordnete Eva Högl wies in ihrer Rede auf zahlreiche Lücken in dem Gesetzentwurf hin. Sie forderte die Änderung des deutschen Rechts, um eine Ratifizierung des Übereinkommens möglich zu machen. Als besonders unzureichend bezeichnete sie die bisherige Unterstützung der Opfer. (mehr...)

Bundestagsanhörung über Menschenhandel
Auf einer öffentlichen Anhörung des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe am 30. November stellten ExpertInnen die Problematik rund um das Thema Menschenhandel dar. Unter anderem befürworteten Özlem Dünder-Özdogan von der Zentralen Koordinierungs- und Beratungsstelle für Opfer von Menschenhandel KOBRA Phoenix e.V. und Petra Follmar-Otto vom Deutschen Institut für Menschenrechte eine Aufenthaltsperspektive für die Betroffenen. Robert Oberloher von der Hochschule der Polizei sprach sich für eine einheitliche bundesweite Kooperation staatlicher und nichtstaatlicher Stellen aus. (mehr...)

OSZE-Sonderbeauftragte vor dem Bundestagsausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe
Bei Menschenhandel geht es nicht mehr nur um den Handel mit dem Ziel sexueller Ausbeutung, sondern zunehmend auch zur Ausbeutung von Arbeitskräften. Das berichtete die OSZE-Sonderbeauftragte und Koordinatorin für die Bekämpfung des Menschenhandels, Maria Grazia Giammarinaro, am 9. November vor dem Bundestagsausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Verstärkt käme es zudem zu Kinderhandel und zur Ausbeutung in „neuen Formen“, etwa in Form erzwungenen Bettelns, Taschendiebstahls oder Drogenhandels. (mehr...)

Männer häufiger als vermutet von Menschenhandel und extremer Arbeitsausbeutung betroffen
Dass nicht nur Frauen, sondern auch ungeahnt viele Männer international agierenden Menschenhändlern in die Hände fallen – vor allem für Arbeitsausbeutung auf Baustellen, in Restaurants und in der Landwirtschaft – darauf weist auch die WAZ-Mediengruppe in einem Artikel anlässlich einer Landtagsanhörung zum geplanten nordrhein-westfälischen Tariftreuegesetz hin. Allein im Raum Dortmund deckte das Hauptzollamt im ersten Halbjahr dieses Jahres demnach 3540 Fälle illegaler Beschäftigung auf, wobei es sich häufig um Arbeitgeber handele, die Dumpinglöhne zahlten. Hinter wie vielen dieser Fällen Menschenhandel steckt, sei jedoch nicht ermittelt worden. (mehr...)

Klage gegen Diplomaten abgewiesen
Das Landesarbeitsgericht Berlin bestätigte im November eine Entscheidung der Vorinstanz, in der die Klage einer indonesischen Hausangestellten gegen ihren Arbeitgeber, einen saudi-arabischen Diplomaten, abgewiesen wurde. Laut Aussage der Frau ist sie von dem Diplomaten und seiner Familie in Berlin anderthalb Jahre lang ausgebeutet und misshandelt worden. Die Richter begründeten die Entscheidung mit der für ausländische Diplomaten geltenden Immunität vor deutschen Gerichten, ließen jedoch eine Revision vor dem Bundesarbeitsgericht zu. Das Deutsche Institut für Menschenrechte, das die Klägerin finanziell unterstützt, kündigte an, diesen Weg zu gehen. (mehr...)

Berliner Konferenz über Situation der Roma in der EU
Am Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezember, veranstalteten die Partei Die Linke und die Rosa-Luxemburg-Stiftung eine internationale Konferenz über die Situation der Roma in der EU. ExpertInnen aus Politik und Praxis, darunter auch VertreterInnen von Roma-Organisationen aus verschiedenen Ländern, befassten sich zum einen mit der Frage, wie Roma heute in den verschiedenen europäischen Ländern leben. Zum anderen diskutierten sie, was getan werden muss, um die Europäische Roma-Strategie unverzüglich umzusetzen. (mehr...)

Weitere Fälle moderner Sklaverei in Diplomatenhaushalten
In den letzten Monaten wandten sich immer mehr ehemalige Angestellte von Botschaftsangehörigen an den deutschen Außenminister. Dazu ermutigt hat sie, dass sich erstmals ein Diplomat wegen Arbeitsausbeutung vor einem deutschen Gericht verantworten muss. Viele der Betroffenen erheben zum Teil schwerste Vorwürfe. Doch bisher sind die Diplomaten vor der deutschen Rechtsprechung geschützt, selbst wenn Beweise für Misshandlungen bestehen. Drei ehemalige Hausangestellte haben sich jetzt mit einem offenen Brief an Guido Westerwelle gewandt. Das Auswärtige Amt teilte auf Anfrage mit, dass es sich „um eine Stärkung der Rechte von Hausangestellten in Diplomatenhaushalten“ bemühe. (mehr...)

Verdachtsfall von Menschenhandel in einer Großküche bei Böblingen
Beamte von Polizei und Zoll haben im Kreis Böblingen fünf Häuser und Firmen wegen des Verdachts des Menschenhandels und Betrugs durchsucht und ein Ehepaar aus dem Kreis Böblingen festgenommen. Das Ehepaar hatte Arbeitskräfte aus Osteuropa für die Kartoffelernte und Weiterverarbeitung angeworben. Sie versprachen ihnen 30 EUR Lohn pro Tag bei bis zu 20 Stunden Arbeitszeit. Tatsächlich zahlte das Ehepaar jedoch nur 25 EUR pro Woche, wovon teilweise noch Kosten für den Lebensunterhalt abgezogen wurden. Sozialabgaben wurden ebenfalls nicht gezahlt. (mehr...)

Spediteur wegen Menschenhandels zu Freiheitsstrafe verurteilt
Ein Spediteur aus der Eifel ist vom Landgerichts Trier zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Der Spediteur hatte über den Zeitraum von drei Jahren 124 LKW-Fahrer aus Tschechien angeworben und für sich arbeiten lassen. Die Fahrer erhielten teils nur 2,62 Euro Stundenlohn, teils wurden sie gar nicht bezahlt. Vielen Fahrern hatte der Spediteur bei der Anwerbung deutsche Tariflöhne versprochen, doch in Deutschland angekommen, mussten sie von ihrem Erspartem und mitgebrachten Lebensmitteln leben. Sie mussten bis zu 21 Tage hintereinander arbeiten, manchmal bis zu 14 Stunden täglich, ohne Rücksicht auf die vorgeschriebenen Pausen- und Ruhezeiten. Sozialversicherungsbeiträge hat der Spediteur nicht bezahlt, allein dadurch entstand ein Schaden von über 1 Mio. Euro. (mehr...)

IN VIA –Beratungsstelle in Brandenburg
Am 18. Oktober hat IN VIA die erste Beratungsstelle für Prostituierte und von Menschenhandel betroffene Frauen im Land Brandenburg eröffnet. Die Beratungsstelle in Königs Wusterhausen bietet zudem Streetwork und HIV-/Aids-Prävention. Schon seit knapp 15 Jahren ist IN VIA in Berlin Träger einer Beratungsstelle für Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind. (mehr...)

 


NEUES AUS ALLER WELT 


EU-Bericht über Grundrechte irregulärer MigrantInnen

Im Juli 2011 veröffentlichte die European Union Agency for Fundamental Rights (FRA) einen Bericht über die Grundrechte von irregulären MigrantInnen, meistens Frauen, die als Haushaltshilfen in der EU arbeiten. Der Bericht zeigt, dass der irreguläre Aufenthalt verknüpft mit der generellen Schwierigkeit, die Arbeit von Hausangestellten/Haushaltshilfen zu regulieren, diese Gruppe in hohem Grad dem Risiko von Ausbeutung aussetzt, einschließlich Fällen von körperlicher Misshandlung. Die Art der Ausbeutung umfasst geringe Bezahlung, exzessive Überstunden und fehlende Entschädigung für Arbeitsunfälle. Der Bericht basiert auf Interviews mit Hausangestellten, NGOs und Gewerkschaftlern aus zehn EU-Mitgliedsstaaten. (mehr...)

Neue EU-Strategie gegen Menschenhandel
Die EU will im kommenden Jahr eine neue Strategie im Kampf gegen den Menschenhandel beschließen. Konsultationen mit Nichtregierungsorganisationen, internationalen Organisationen und nationalen Berichterstattern sind bereits angelaufen. Die neue Strategie soll den EU-Plan über bewährte Vorgehensweisen, Normen und Verfahren zur Bekämpfung und Verhütung des Menschenhandels von 2005 ersetzen. Die Sachverständigengruppe für Menschenhandel der EU-Kommission hat dazu bereits im Oktober 2010 einen Vorschlag vorgelegt. (mehr...)

OSZE-Handbuch für die Polizei zur Identifizierung von Menschenhandelsbetroffenen
Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat im Juni 2011 ein Handbuch veröffentlicht, das die Polizei im Umgang mit Opfern von Menschenhandel unterstützen soll.
Die Publikation mit dem Titel „Trafficking in human beings: identification of potential and presumed victims. A community policing approach“ basiert auf den Ergebnissen einer Expertenkonferenz im November 2010. Die Identifizierung von Betroffenen ist laut OSZE ein wichtiges Element der Bekämpfung des Menschenhandels. Ohne geeignete Methoden der Identifizierung werden die Verbrechen oft nicht geahndet, und die Betroffenen erhalten keine Hilfe. (zum Handbuch)

UNODC stellt Fallrechtssammlung zu Menschenhandel online
Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hat eine Datenbank für Gerichtsfälle von Menschenhandel, nach Ländern geordnet, angelegt. Die Datenbank enthält Informationen über die Urteile, die Nationalität von Betroffenen und Tätern und weitere Informationen im Zusammenhang mit den Gerichtsfällen aus der ganzen Welt. Die Datenbank soll RichterInnen, StaatsanwältInnen, PolitikerInnen, WissenschaftlerInnen und anderen interessierten Gruppen durch die Bereitstellung von Informationen zu realen Fällen helfen, zu sehen, wie die jeweiligen nationalen Gesetze gegen Menschenhandel angewendet werden. Bei der Einführung der Datenbank wurden mehr als 200 ausgewählte Gerichtsfälle aus über 30 Ländern und zwei regionalen Gerichten hochgeladen, weitere 100 Fällen aus über einem Dutzend Staaten werden in den kommenden Monaten hinzugefügt. (mehr...)

Konferenz von OSZE und UNODC über Geldwäsche und Menschenhandel
Die OSZE und UNODC haben Anfang Oktober ExpertInnen auf einer Konferenz in Wien zusammengebracht, um über die Bekämpfung des Menschenhandels durch ein härteres Durchgreifen gegen Geldwäsche zu diskutieren. Um Menschenhandel weniger rentabel zu machen, müssten die dadurch gewonnenen Einnahmen aufgespürt und konfisziert werden, so die OSZE. Die Konferenz zielte auf eine effektivere Zusammenarbeit aller Beteiligten in diesem Bereich ab. (mehr...)

Studie der niederländischen Arbeitsinspektion zu Menschenhandel und Arbeitsausbeutung
Der Social Intelligence and Investigation Service, die niederländische Behörde für Arbeitsinspektion, hat mit der Publikation "Labour exploitation in Europe" – A practical guide with operational observations and recommendations on European inspection, investigation and prosecution of labour exploitation“ einen Ratgeber zur Identifizierung, Untersuchung und Strafverfolgung von Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung herausgegeben. Die Autoren stellen vor allem die Schwierigkeiten der Implementierung der Gesetze und der praktischen Arbeit von Ermittlungsbehörden dar. (mehr...)

Britische Polizei befreite Sklaven
Auf einem Campingplatz nördlich von London befreite die britische Polizei 24 Männer, die dort offenbar jahrelang wie Sklaven gehalten und zur Arbeit gezwungen worden waren. Vier Männer und eine Frau wurden wegen des Verdachts auf Sklaverei festgenommen. Die aus England und Osteuropa stammenden Männer wurden unter falschen Versprechungen, wie 80 Pfund Lohn pro Tag bei freier Kost und Logis, von angeblichen Arbeitsvermittlern angeheuert, dann jedoch zu unbezahlter Arbeit gezwungen und unter unmenschlichen Bedingungen untergebracht. Die mutmaßlichen SklavenhalterInnn drohten ihren Opfern mit massiver Gewalt, sollten sie versuchen zu fliehen. Einigen der Betroffenen gelang die Flucht, sie informierten die Polizei. (mehr...)

Erneut Arbeitsausbeutung in schwedischen Wäldern
Wie bereits in den Vorjahren wurden auch in diesem Jahr wieder Saisonarbeiter in der schwedischen Provinz Hälsingland als Arbeitskräfte ausgebeutet. Nur sind es diesmal keine Asiaten, die hier praktisch umsonst Beeren pflücken, sondern Osteuropäer. Gelockt wurden sie mit lukrativen Versprechen, doch nun stehen die Männer trotz harter Arbeit ohne Geld da. Die Polizei will den Drahtziehern jetzt mit einem Pilotprozess das Handwerk legen. Vorerst wurden vier Bulgaren festgenommen, die im Verdacht stehen, die Reisen nach Schweden organisiert zu haben. (mehr...)

Mexiko ändert Verfassung für besseren Kampf gegen Menschenhandel
Der mexikanische Präsident Felipe Calderón gab im Juli mehrere Verfassungsänderungen bekannt, um den Kampf gegen Menschenhandel zu verbessern. Unter anderem können Betroffene, die Klage einreichen, anonym bleiben. Überdies soll ein neues Gesetz gegen Menschenhandel die Arbeit der Behörden besser aufeinander abstimmen. Inzwischen mehren sich Berichte darüber, dass auch die mexikanischen Drogenkartelle im Menschenhandel aktiv werden. (mehr...)

UN ruft Wirtschaft zur Mithilfe bei Kampf gegen Menschenhandel in Asien auf
Die UN-Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik (ESCAP) hat Unternehmen dazu aufgerufen, sich stärker am Kampf gegen den Menschenhandel sowohl zur sexuellen Ausbeutung als auch zur Ausbeutung der Arbeitskraft zu beteiligen. Auf einer regionalen Wirtschaftskonferenz forderte ESCAP-Generalsekretärin Noeleen Heyzer zur Unterzeichnung der Ethischen Standards von Athen auf, durch die Unternehmen sich zur Ächtung von Zwangsarbeit und zur Aufklärung über Menschenhandel verpflichten. (mehr...)

 

 

ÜBER UNS  

 

Menschenhändler wenden Zwang an oder nutzen Zwangslagen aus, um Menschen in extrem ausbeuterische Arbeitsverhältnisse zu bringen. Um dies dauerhaft zu unterbinden, haben die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales Berlin, die Internationale Organisation für Migration (IOM), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bezirk Berlin-Brandenburg und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) 2009 das Berliner Bündnis gegen Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung (BBGM) gegründet. Das Bündnis vernetzt Akteure und bietet Informationen und Schulungen für all diejenigen an, die mit potenziell Betroffenen in Kontakt kommen, um diese aus der Ausbeutung zu befreien. Weitere Informationen finden Sie auf der BBGM-Website unter www.gegen-menschenhandel.de.

 

 

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