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Viele Fälle werden jedoch statt als Menschenhandel und Arbeitsausbeutung als Schwarzarbeit oder irregulärer Aufenthalt eingestuft. Zudem können mangelnde interkulturelle Kompetenz und vorhandene Stereotypen den (ergebnisoffenen) Zugang auf betroffene Personen erschweren und systematische oder punktuelle Diskriminierung von Betroffenen begünstigen. Gerade Berufsgruppen, die mit potenziell Betroffenen in Kontakt kommen, können eine wertvolle Rolle bei der Identifizierung von Betroffenen von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung spielen und Hilfestellung bei der Suche nach Unterstützungsangeboten leisten. Oftmals bilden ArbeitskollegInnen von Betroffenen von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung den einzigen Kontakt zur Außenwelt. Ihnen ist es auf Grund von gemeinsamen Arbeitszeiten oder Arbeitsstellen oft besser möglich, Merkmale von Arbeitsausbeutung und Zwangsverhältnissen zu erkennen. Um die Handlungsfähigkeit dieser Personengruppen in Fällen von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung zu stärken, hat das BBGM seit Dezember 2010 regelmäßig Schulungen zum Thema „Erkennen und Reagieren bei Menschenhandel und Arbeitsausbeutung“ für interessierte Personen- und Berufsgruppen durchgeführt. Die Schulungen zielten zum einen darauf ab, für Risikogruppen in bestimmten Branchen zu sensibilisieren und die Gefahr der Diskriminierung von potenziell Betroffenen zu mindern. Zum anderen wurden SchulungsteilnehmerInnen anhand von Fallbeispielen und Gruppenarbeit über die Erscheinungsformen und Eigenschaften von Arbeitsausbeutung und Menschenhandel informiert. Außerdem erhielten sie hilfreiches Material, welches das Erkennen von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung erleichterte. Vor dem Hintergrund des rechtlichen Rahmens in Deutschland wurden den TeilnehmerInnen auch ihre Handlungsmöglichkeiten in potenziellen Fällen von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung aufgezeigt. Bisherige Schulungen wurden in Zusammenarbeit mit dem DGB Bildungswerk und DiversityWorks für MitarbeiterInnen von Beratungsstellen, für GebäudereinigerInnen und für BaustellenbetreuerInnen der IG BAU entwickelt und durchgeführt.
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