BBGM Schulungen und Trainingshandbuch

 


Schulungen

Menschenhandel und Arbeitsausbeutung sind keine neuen Phänomene in der Region Berlin-Brandenburg. Fallbeispiele von regionalen (Fach)Beratungsstellen sowie die im September 2010 veröffentlichte Studie des „BBGM - Berliner Bündnis gegen Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung“ zeigen auf, dass in vielen Branchen Fälle von extremer Arbeitsausbeutung und Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung auftreten.

Viele Fälle werden jedoch statt als Menschenhandel und Arbeitsausbeutung als Schwarzarbeit oder irregulärer Aufenthalt eingestuft. Zudem können mangelnde interkulturelle Kompetenz und vorhandene Stereotypen den (ergebnisoffenen) Zugang auf betroffene Personen erschweren und systematische oder punktuelle Diskriminierung von Betroffenen begünstigen.

Gerade Berufsgruppen, die mit potenziell Betroffenen in Kontakt kommen, können eine wertvolle Rolle bei der Identifizierung von Betroffenen von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung spielen und Hilfestellung bei der Suche nach Unterstützungsangeboten leisten. Oftmals bilden ArbeitskollegInnen von Betroffenen von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung den einzigen Kontakt zur Außenwelt. Ihnen ist es auf Grund von gemeinsamen Arbeitszeiten oder Arbeitsstellen oft besser möglich, Merkmale von Arbeitsausbeutung und Zwangsverhältnissen zu erkennen.

Um die Handlungsfähigkeit dieser Personengruppen in Fällen von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung zu stärken, hat das BBGM seit Dezember 2010 regelmäßig Schulungen zum Thema „Erkennen und Reagieren bei Menschenhandel und Arbeitsausbeutung“ für interessierte Personen- und Berufsgruppen durchgeführt.

Die Schulungen zielten zum einen darauf ab, für Risikogruppen in bestimmten Branchen zu sensibilisieren und die Gefahr der Diskriminierung von potenziell Betroffenen zu mindern. Zum anderen wurden SchulungsteilnehmerInnen anhand von Fallbeispielen und Gruppenarbeit über die Erscheinungsformen und Eigenschaften von Arbeitsausbeutung und Menschenhandel informiert. Außerdem erhielten sie hilfreiches Material, welches das Erkennen von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung erleichterte. Vor dem Hintergrund des rechtlichen Rahmens in Deutschland wurden den TeilnehmerInnen auch ihre Handlungsmöglichkeiten in potenziellen Fällen von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung aufgezeigt.

Bisherige Schulungen wurden in Zusammenarbeit mit dem DGB Bildungswerk und DiversityWorks für MitarbeiterInnen von Beratungsstellen, für GebäudereinigerInnen und für BaustellenbetreuerInnen der IG BAU entwickelt und durchgeführt. 


Trainingshandbuch

Aufbauend auf die durchgeführten Modellschulungen wurde ein Trainingshandbuch entwickelt, welches für die Sensibilisierung von Akteuren aufbereitet wurde, die mit potentiell Betroffenen in Kontakt kommen können.

Zielgruppen sind zum einen MultiplikatorInnen innerhalb staatlicher Behörden, Gewerkschaften, Beratungsstellen und anderer Einrichtungen, die ihre KollegInnen und MitarbeiterInnen für dieses Thema sensibilisieren möchten. Darüber hinaus soll das Handbuch auch eine Hilfestellung für PlanerInnen von Fortbildungen zu Menschenhandel und Arbeitsausbeutung bilden und nicht zuletzt auch Teilnehmenden von Schulungen als Nachschlagwerk während und insbesondere nach den Schulungen dienen.

Neben einer allgemeinen Einführung in das Thema und Informationen über die aktuelle Rechtslage, betroffene Branchen und Möglichkeiten der Identifizierung von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung, beinhaltet das Handbuch in einem zweiten Teil Erläuterungen zu ausgewählten Zielgruppen und mehrere Module, die wiederum zielgruppenspezifisch für Schulungen eingesetzt werden können. Eine anliegende CD enthält relevante Arbeits - und Informationsmaterialien. 

 


Zum BBGM Trainingshandbuch
 




Mehr über:
 

BBGM Schulung in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft der Polizei

BBGM Schulung für die Ausländerbehörde Berlin

Folgeschulung für MitarbeiterInnen von Beratungsstellen

BBGM Schulung für BaustellenbetreuerInnen der IG BAU

BBGM Schulung für GebäudereinigerInnen

Erste BBGM Schulung für MitarbeiterInnen von Beratungsstellen